Destination Tibet

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Destination Tibet
Touristisches Image zwischen Politik und Klischee

Hamburg 2010    ISBN 978-3-8300-4948-7

Lange schotteten Regierungen Tibet ab. Wer es trotzdem erreichte, dem gelang dies unter schwierigen Expeditionsbedingungen. Ein Besuch war darum bis ins 20. Jahrhundert eine Sensation, die öffentliche Aufmerksamkeit sicherte. Inzwischen trat die Wende zum Massentourismus ein. Tibet entwickelt sich trotz politischer Spannungen und Problemen der Infrastruktur zum Magneten für Touristen aus aller Welt und nimmt jährlich bis zu sechs Millionen Reisende auf. Dieses Buch stellt Entwicklungen und Probleme des tibetischen Fremdenverkehrs in einen Zusammenhang mit dem Image des Landes.

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Buchbeschreibung des Verlags


Aus dem Inhalt:

Reiseland Tibet
Ressourcen und Probleme - Tibetische Destinationen - Ausbau und Wachstum

Zwischen Politik und Klischee

Die Erwartungshaltung
... Für den Besuch des Landes erhabener Gipfel und buddhistischer Klöster verspricht die Werbung existentielle Erfahrungen, die das Leben maßgeblich beeinflussen ...

Eine Gratwanderung?
... Der Dalai Lama befürwortet im Unterschied zu vielen seiner westlichen Sympathisanten den Tibet-Tourismus ...

Projektionen und Konstruktionen
... Unter den Medien, die das Bild Reisender prägten, stand mit 43% der Film Sieben Jahre in Tibet von Jean-Jacques Annaud an der Spitze. Es folgte mit 27% der Reiseführer von Lonely Planet. Ein weiterer Hollywood-Film, Kundun von Martin Scorsese, nahm mit 11% die dritte Stelle ein. Auf dem vierten Rang standen mit 10% Artikel über Tibet in der Zeitschrift National Geographic ...

Politische Interessen
... Manche Touristen sind geschockt, weil Karaoke in Tibet eine beliebte Aktivität ist. Man legte sich zu stark auf romantische Bilder fest, um sich mit der Realität abzufinden, dass es Tibeter gibt, die abends nicht beim Schein von Butterlampen buddhistische Texte rezitieren ...

Die „heile Welt“ und ihr Herrscher

Tibet als Paradies
... Im positiven Tibet-Bild verschmelzen Vorstellungen von unberührter Natur mit jenen der heilen Welt, die von spirituellen Gesetzen geleitet wird und deswegen der so genannten westlichen Zivilisation überlegen sein soll ...

Die Rolle des Dalai Lama
... Dass er im Exil lebt und sein Thron im Potala verwaist ist, lässt ihn als Herrscher erscheinen, der ohne jede äußere Macht nicht nur seine Landsleute im Exil, sondern auch auf solche in der Heimat und Menschen in aller Welt erheblich beeinflusst ...

Die Destination Tibet im Spiegel der Presse

Spiritualität und Landschaft ... Je ferner die Bilder, in denen man sich selber sucht, dem Gewohnten stehen, umso leichter lassen sich Vorstellungen vom wahren Leben in diese projizieren. Dies gilt besonders für Tibets Religion ...

Gestörte Idylle: China kontra Tibet ... Kulturrevolution, Touristen und Kaufhäuser erscheinen in einer Reihe chinesisch induzierter Bedrohungen Tibets. Die Verhältnisse liegen dabei im Spiegel der europäischen Presse meist klarer als für Einheimische vor Ort ...

Die Qinghai-Tibet-Bahn ... Wo ‚Gut’ und ‚Böse’ durch lange Praxis klar abgegrenzt sind, folgt die Interpretation von Fakten in der Regel dem einmal bewährten Muster ... 

Tibet ist anderswo ... Die Spannung zwischen populäreren Meinungen und internationaler Rechtslage spiegelt sich in vielen medialen Fehleinschätzungen ...

Die Unruhen vom März 2008 ... Als der Dalai Lama Verständnis für die aufgestaute Wut seiner Landleute äußerte, doch mit Rücktritt drohte, hörten die gewaltsamen Ausschreitungen nicht auf ...

Auswirkungen auf den Tourismus? ... Vor allem Reisende aus der Volksrepublik China blieben aus. Dass es gelang, wieder viele Chinesen zur Reise zu bewegen, war einer Preis-Offensive zu verdanken ...

Perspektiven

Image im Wandel? ... Wer den Alltag – ohne Stereotypen weiser Lamas, Gebetsmühlen und gesunder Harmonie – als Journalist behandeln oder Veranstalter schmackhaft machen wollte, müsste gegen zähe Vorurteile kämpfen ...

Die Rolle der Journalisten ... Reiseentscheidungen brauchen von Medien vermittelte Information. Die Freiheit des individuellen Entschlusses für eine Region mit seinen persönlichen, politischen und ethischen Implikationen hängt so von der Kultur journalistischer Verantwortung ab ...

Die Rolle der Touristen ... Wer in der Ferne das „einfache“ Leben finden will, lässt internalisierte Standards nicht hinter sich. Erwartungen an Shangri-La sind nie erfüllbar, weil sie den Spagat zwischen kontradiktorischen Bedürfnissen verlangen: Ganz Anderes erleben, ohne auf Gewohntes zu verzichten ...

Die Industrie – Perspektiven der Destination ... Sicher besteht die Gefahr der Kommerzialisierung religiöser Werte, die für Religion wie Wirtschaft kontraproduktiv werden kann. Doch ist gerade in der spirituellen Sphäre jene Authentizität zu finden, nach der viele Tibet-Reisende suchen ...


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