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Tibetische Mystik - nach Lama Anagarika Govinda
Meditation

 

Kursinfo

Lama
Govinda

Tibet

Meditation

"Die tibetische Meditation lässt uns mit den tieferen Schichten unseres Geistes in Verbindung treten. Diese bestehen nicht nur aus unserem individuellen Bewusstsein, sondern darüber hinaus aus einem Bewusstseinszustand, der mit dem gesamten Universum in Verbindung steht. So wird Meditation zur Übung einer vertieften Selbstfindung.
Unser menschliches Bewusstsein enthält sowohl Götter wie auch Dämonen, Erschreckendes und Friedvolles. Viele Bewegungen, Furcht erregende und friedvolle Gestalten durchdringen und verwandeln einander. Wir müssen erkennen lernen, dass Götter und Dämonen nicht wirklich verschieden sind, sondern verschiedene Aspekte der gleichen Energie bedeuten. Sie erscheinen uns nur in unterschiedlicher Form. Wir fühlen uns den Göttern verwandt in Empfindungen wie Güte und Schönheit. Aber es gibt auch den anderen Aspekt in uns, der erschreckend erscheinen kann, wie es gleichfalls in der Natur hilfreiche und Furcht einflößende Kräfte gibt. Warum meinen wir, dass bestimmte Kräfte erschreckend sind? Weil wir sie nicht verstehen und sie uns in gewisser Weise fremdartig sind. Aber das heißt nicht, dass sie notwendigerweise böse Absichten haben. Sie mögen eine ebenso gute Absicht besitzen wie alle anderen Kräfte. Besser ausgedrückt: In ihrer Absicht gibt es kein Gut oder Böse, sondern es ist nur eine Kraft ohne entsprechende Werturteile. Meditation ist ein dynamischer Prozess unseres Bewusstsein, der uns dies verstehen lässt."

"Als ich zum ersten Mal in ein tibetisches Kloster kam, verstand ich noch nicht die Sprache. Aber sehr zu meinem Erstaunen fand ich heraus, dass sich ganz von selbst und ohne Sprache eine andere Form der Verständigung entwickelte. Dies war eine weitaus tiefere Kommunikation, als ich sie jemals in irgendeiner Sprache erlebt habe. Dies beweist, dass wir nicht auf Sprache angewiesen sind. Und warum? Weil die Sprache begrifflich ist und wir nicht an Begriffen festhalten müssen. Darum sind in der tibetischen Meditation die Bilder so bedeutend. Wir denken nicht in Begriffen, sondern in Bildern, denn ein Bild ist eine direkte Erfahrung, während ein Begriff eine Abstraktion darstellt, also eine Erfahrung, die von anderen Erfahrungen abgeleitet wurde. Direkte Erfahrung bildet eine wesentliche Aufgabe der Meditation."
Lama Anagarika Govinda: Einführungsworte zum Film "Kristallisierte Meditation"

 

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