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: als der buddha ...

Als der Buddha nach Deutschland kam ...

Februar 2015

Der Katalog zur Ausstellung Buddha. 108 Begegnungen im Frankfurter Museum (26. 2. bis 7. 6. 2015) enthält Beiträge u. a. von Jens Uwe Hartmann („Buddha-Darstellungen seit den Anfängen – Gandhara und Indien“), Martin Brauen („Buddha in der Einkaufstasche“) und Stephan von der Schulenburg („Buddhistische Bildwelten in Ostasien“). Der Beitrag „Als der Buddha nach Deutschland kam...“ von Volker Zotz behandelt die Anfänge der Begegnung Deutschlands mit dem Buddha.

 

Ein Auszug:
„[...] Kaiser Wilhelm II. sah im Buddhismus, der vorgeblich das Nichts zentral stellte, eine zerstörerische Kraft, die aus Asien nach Europa drängte. In diesem Sinn entwarf er ein Bild, das der Historienmaler Hermann Knackfuß 1895 ausgeführte: Der Erzengel Michael ruft die Nationen des Abendlandes zum Kampf gegen den herannahenden Buddha: ‚Völker Europas, wahrt Eure heiligsten Güter.’ Großherzog Ernst Ludwig von Hessen war dagegen dem Buddhismus gegenüber aufgeschlossen. Er beauftragte den Bildhauer Ludwig Habich mit der Herstellung einer Statue des Buddha für seinen Wolfgartener Schlossgarten. Eine von Karl Seidenstücker geleitete buddhistische Zeitschrift zitiert einen diesbezüglichen Kommentar der liberalen Vossischen Zeitung. Dort heißt es, die Statue des Großherzogs stellte ‚eine Huldigung vor dem Stifter der tiefsinnigen Religion des Ostens’ dar, ‚deren reine und erhabene Gedanken unter uns weit mehr stille Bekenner gefunden haben, als man vermutet.’ Die Zeitung sah darin eine gelungene Kampfansage an die Intoleranz: ‚Es ist ein deutsch-protestantischer Bundesfürst, der oberste Bischof einer deutschen Landeskirche, der dem indischen Königssohn dieses Monument errichtet hat, der in stillen Stunden vielleicht religiösen Ideen nachhängt, von denen die christlichen Priester nichts wissen. In jedem Falle ist es ein sympathisches Zeichen persönlichen Mutes, wenn der Großherzog einem achtenswerten Zuge seines Herzens rückhaltlosen Ausdruck verleiht, unbekümmert um höfisches Zeremonienchristentum und unduldsame Eiferer.’ [...]“

 

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"Indem man etwas macht, was auch immer es sei, macht man auch sich zu etwas. Dies bedeutet auf der anderen Seite, dass man ohne Schaffen letztlich nichts wäre. Schelling hat das deutlich gesehen, als er meinte, im Produzieren entkomme der Mensch dem Nichts, denn dabei ist er ‚nicht mit sich selbst, sondern mit etwas außer sich beschäftigt.' Gott, meinte der Denker, sei deswegen vollends selig, ‚weil seine Gedanken immerwährend in dem sind, was außer ihm ist, in seiner Schöpfung.' Wer dem Abgrund der Leere entkommen will, die er für sich selbst wäre, muss etwas hervorbringen."
"Einst im Paradies. Volker Zotz über den Fluch und Segen der Arbeit." Ursache&Wirkung Nr. 43 (2003), S. 31.

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